Bachelor

 

Bachelor

An der Julius-Maximilians-Universität Würzburg gibt es seit dem Wintersemester 2007  den „Bachelor of Science” Biologie und seit dem WS 2010/2011 auch einen konsekutiven Masterstudiengang. An beidem waren auch Studierende beteiligt, sodass er neben der fachlichen Eignung auch gut studierbar ist.

Allgemeines

Aber was genau soll ein Biologie-Bachelor?

Zitieren wir aus dem offiziellen Regelwerk, der Allgemeinen Studienprüfungsordnung (ASPO) für Biologie:

§ 2: Ziel des Studiums, Zweck der Prüfung, Akademischer Grad: Das Bachelor-Studium bereitet auf eine Tätigkeit als Biologin/Naturwissenschaftlerin bzw. Biologe/Naturwissenschaftler in Forschungseinrichtungen, Unternehmen, Verwaltungen und nationalen sowie internationalen Organisationen vor. Lernziel für die Studierenden ist es, sich Grundlagen wissenschaftlicher Arbeitsweisen anzueignen, Verständnis für wissenschaftliche Zusammenhänge und Fragestellungen zu entwickeln und die erworbenen Kenntnisse auch bei der Lösung praktischer Aufgaben anwenden zu können. Damit soll das Bachelor-Studium zur Arbeit in unterschiedlichen Bereichen der Biologie/Naturwissenschaften sowie in anderen Disziplinen der Lebenswissenschaften befähigen. Der Studiengang bildet die Grundlage für weiterführende Master- und Promotionsstudiengänge.

Wie aus dieser Definition schon hervorgeht: Das Bachelor-Studium ist keine Berufsausbildung mit fest umrissenem späteren Berufsbild. Sprich: man ist mit einem Bachelor-Zeugnis in der Tasche nicht unweigerlich voll ausgebildeter Biologe bzw. Naturwissenschaftler. Vielmehr soll das Studium Grundkenntnisse in Biologie und anderen Naturwissenschaften vermitteln, mit deren Hilfe man später in der Lage ist, sich selbst seinen Weg als “Sachverständiger” mit biologischen Grundkenntnissen zu bahnen. Dieser Weg kann entweder tiefer in die Biologie oder in einen ganz anderen, auch nicht-naturwissenschaftlichen, Bereich führen. Genau das ist ein entscheidender Vorteil des neuen Studiengangs: er macht die Ausbildung flexibler und legt einen nicht für Jahre in eine bestimmte Richtung fest! Dies ist auch eine Anpassung an eine sich wandelnde Arbeitswelt, in der ein „einmal erlernter” Beruf nicht mehr die Regel sein wird.

Aufbau eines Bachelorstudiums

Modularisierung

Bachelor- und Masterstudiengänge sind modularisiert aufgebaut. Dies bedeutet die Gliederung der Lehrinhalte eines Studiengangs in Einheiten (Module) mit definiertem Inhalt und Lernziel. Jedes Modul kann mehrere Teilmodule beinhalten. Bestimmte Module müsst Ihr absolvieren (Pflichtmodule), während andere aus einem breiteren Angebot nach Interesse gewählt werden können (Wahlpflichtmodule). Besondere Module sind diejenigen, welche Schlüsselqualifikationen vermitteln (ASQ und FSQ).

Module werden jeweils durch eine Prüfung oder ein Protokoll abgeschlossen. Im Gegensatz zum traditionellen, fächerorientierten Diplomstudium besteht ein modularisiertes Studium somit aus fest umrissenen Einheiten. Die Lehr- und Lerninhalte dieser Einheiten sind weniger fächer- als vielmehr themen- und lernzielorientiert (z.B. ist Ziel im Modul Ökologie, das aus den Teilmodulen Tier- und Pflanzenökologie besteht, allgemeine ökologische Zusammenhänge zu verstehen). Die Studienanforderungen werden somit transparenter. Die Lehr- und Lerninhalte der einzelnen Module werden schriftlich in den Modulbeschreibungen des Modulhandbuchs (siehe www.biostudium.uni-wuerzburg.de) definiert.

ECTS (European Credit Transfer System)

Für ein erfolgreich bestandenes Modul bekommt man Leistungspunkte (Credits) gut geschrieben. Das ECTS (Leistungspunktesystem) ist ein formales System zur Gliederung, Berechnung und Bescheinigung des quantitativen Studienaufwands. Leistungspunkte werden für alle studentischen Leistungen vergeben, die für den ordnungsmäßen Abschluss des Studiums relevant sind, d.h. für alle Pflicht- und Wahlpflichtlehrveranstaltungen einschließlich der Prüfungsleistungen. Grundlage für die Bemessung von Leistungspunkten ist der angenommene zeitliche Arbeitsaufwand, den ein Studierender erbringen muss, um das jeweilige Lernziel zu erreichen. Dieser Arbeitsaufwand (“student workload”) schließt neben der Dauer „körperlicher Präsenz” in der Lehrveranstaltung auch die Zeit für Vor- und Nachbereitung des Stoffs, die Prüfungsvorbereitung und die Prüfungszeit selbst ein. Ein ECTS-Punkt (CP, credit point) entspricht dabei 25-30 Stunden Arbeitsaufwand. Man geht davon aus, dass ein durchschnittlicher Student im Studienhalbjahr (ein Semester inkl. vorlesungsfreier Zeit) 900 Stunden Arbeit aufwenden kann, was 30 ECTS-Punkten entspricht. Insgesamt dauert der Bachelor 3 Jahre (6 Semester), in denen Ihr insgesamt 180 ECTS (entspricht 5400 Arbeitsstunden) erbringen müsst.

Die Zahl der für eine Lehrveranstaltung festgesetzten Leistungspunkte sagt nichts darüber aus, ob es „schwer” oder „leicht”, „wichtig” oder „unwichtig” ist! Die Vergabe von Leistungspunkten ist auch unabhängig von der Benotung der erbrachten Studien- bzw. Prüfungsleistung!

Das European Credit Transfer System (ECTS) ist ein in Europa bereits verbreitetes System zum Transfer von Studienleistungen zwischen Hochschulen. Es ist allerdings nicht so, dass damit in einem Fach auch die Leistungspunkte im Hochschulvergleich identisch wären. Eine Anerkennung erbrachter Leistungen beim Studienortwechsel wird dadurch aber trotzdem erleichtert.

Schlüsselqualifikationen (SQ)

Laut Definition gehören zu den sogenannten Schlüsselqualifikationen „alle fachlichen, körperlichen, physischen und sozialen Qualifikationen, die den Berufstätigen befähigen, heute und in Zukunft auf veränderte Anforderungen flexibel reagieren zu können”. Mit anderen Worten vermitteln SQs all das, was man nicht nur im Biologiestudium, sondern ebenso gut in anderen Lebensbereichen gebrauchen kann. Hierzu gehören z.B. Sprachen, Computerkenntnisse, Rhetorik, Erstellen von Präsentationen, wissenschaftliches Schreiben, Literaturrecherche, soziale Kompetenz etc. Ihr müsst im Bachelorstudium insgesamt 20 Leistungspunkte für SQ nachweisen. 3-5 müssen dabei allgemein, der Rest fachspezifisch und davon wieder 10 benotet sein…Welches Fach worunter zählt, steht im SVP.

Der Studienabschluss

Im 6. Semester bzw. ab 100 verbuchten ECTS habt Ihr eine begrenzte Zeit für Eure Abschlussarbeit, der Bachelor-Thesis, d.h. Ihr bearbeitet eigenständig ein wissenschaftliches Projekt, wertet es aus und „schreibt es zusammen”. Die Bachelor-Thesis kann entweder als experimentelle Arbeit (im Labor und/oder Freiland) oder als reine Literaturarbeit angelegt sein.

In die Bachelor-Note gehen die nach ECTS-Punkten gewichteten Noten des Pflicht- und Wahlpflichtbereichs, der Schlüsselqualifikationen sowie die Note der Thesis ein (durch die Gewichtung schlagen die Noten „biologischer” Module letztlich stärker zu Buche als die in Physik, Chemie und Mathematik). Für den erfolgreich abgeschlossenen Bachelor bekommt Ihr eine Urkunde. In der Zeugnisergänzung (Transcript of Records) ist Euer Studium mit allen ECTS-Punkten und Noten inkl. Gesamtnote dokumentiert. Hier steht also auch, in welchen Bereiche Ihr Euch vertieftes Wissen angeeignet habt und welche zusätzlichen Qualifikationen (z.B. SQ, Fachschaftsarbeit, zusätzlich absolvierte Module etc.) Ihr vorweisen könnt, die Euer „Profil” schärfen helfen. Allerdings auch Prüfungen, die ihr evtl. nicht braucht und nicht bestanden habt und dann als „5“ aufgeführt sind.

Der Würzburger „Bachelor of Science”

Unser Bachelor ist so angelegt, dass er Euch zunächst eine grundständige Ausbildung in der Breite der Biologie sowie in den anderen Naturwissenschaften (Mathematik, Physik und Chemie) vermittelt. Ab dem 4. Semester könnt Ihr weitgehend Euren Interessen folgen und eure biologischen Kenntnisse vertiefen. Dafür stehen euch am Würzburger Biozentrum – dank des ungewöhnlich breiten Fächerangebotes – (fast) alle Möglichkeiten offen: von Immunbiologie über Biotechnologie und Neurobiologie bis hin zur Tropenbiologie ist für jeden etwas dabei. Zusätzlich gibt es Kurse am Julius-von-Sachs-Institut oder an den Kliniken.

Um jedoch zu vermeiden, dass Ihr bereits (zu) frühzeitig zu „Fachidioten” werdet, müsst Ihr in mindestens zwei verschiedene Fachgebiete hinein schnuppern. Zusätzlich könnt Ihr aber durchaus mehr als nur zwei Module belegen und Euren Horizont also noch ein wenig erweitern (macht sich immer gut und wird im Diploma Supplement auch lobend erwähnt).

Im 5. Semester stehen Euch mehrere Optionen offen: Ihr könnt

a) weitere an der Fakultät angebotene Module belegen oder
b) in Absprache ein Betriebspraktikum im In- oder Ausland machen oder
c) Euch für ein halbes Jahr ins Ausland verziehen und die ECTS für die dort belegten Module mit nach Hause nehmen.

Bei den Vorbereitungen zu den Optionen b und c könnt Ihr auf tatkräftige Mithilfe der Fakultät bauen.

Im 6. Semester müsst Ihr ein weiteres Wahlpflichtmodul belegen, das als Vorarbeit für Eure Bachelor-Thesis dient. Die Bachelorthesis, für die 10 Wochen vorgesehen sind, bildet in der Regel den Abschluss eures Studiums.

Achtet darauf, dass Ihr während der 6 Semester auch die nötigen 20 ECTS für Eure Schlüsselqualifikationen erbringt. Wann genau Ihr diese einbauen wollt, bleibt aber Euch selbst überlassen. Wichtig ist nur, dass Ihr am Ende des 6. Semesters alle Leistungspunkte nachweisen könnt!

Bewerbung und Zulassung

Bewerben für den „Bachelor of Science” Biologie müsst Ihr Euch direkt an der Universität Würzburg

Was die Bewerbungskriterien anbelangt, so gibt es jedoch einiges zu beachten: Stärkstes Gewicht hat immer noch Eure Abiturnote (wobei aufgrund der jährlichen Schwankungen keine Angaben über einen möglichen „Numerus Clausus“ gemacht werden können), dicht gefolgt von den Wartesemestern (d.h. der Zeit, die Ihr mit Zivi, FÖJ o.ä. verbracht habt). Darüber hinaus gibt es Sonderregelungen für Menschen mit Behinderung, für Ausländer, Studierende mit Kind etc.

Der Bewerbungsschluss lässt sich auf der Website der Universität einsehen.

Für weitere Informationen sowie Informationen zum genauen Bewerbungsablauf schaut Ihr am besten mal auf die Homepage der Zentralverwaltung.

Wenn alle Klarheiten beseitigt sind, könnt Ihr Euch dann gerne wieder an uns wenden! 🙂

Falls ihr mal bei speziellen Problemen nicht weiter wisst und im Fachschaftsbüro niemanden erreicht…

PD Dr Robert Hock (Studienkoordinator) rhock@biozentrum.uni-wuerzburg.de Biozentrum Raum B002, Tel. 0931/31-84264