Bio-Diplom
Es ist in Würzburg NICHT mehr möglich einen Diplomstudiengang neu zu Beginnen! Es wird NUR noch der Bachelor of Science (BSc) in Biologie angeboten. Mehr dazu HIER.
Das Biologie-Diplom-Studium, das mit dem akademischen Grad eines Diplom-Biologen Univ. bzw. einer Diplom-Biologin Univ. (Dipl.-Biol. Univ.) abgeschlossen wird, soll in erster Linie auf eine spätere wissenschaftliche Tätigkeit vorbereiten. Das Diplom ist sowohl von Anspruch als auch Studiendauer äquivalent dem Master of Science (M.S.) ausländischer Studiengänge.
Ablauf, Inhalte und alle möglichen Formalien des Diplom-Studienganges werden in derDiplomprüfungsordnung (DPO) und der zugehörigen Studienordnung in teilweise sogar verständlicher Sprache geregelt.
Um einmal ein bißchen aus dem offiziellen Regelwerk, der Diplomprüfungsordnung, zu zitieren:
§1
Zweck der Prüfung
1 Die Diplomprüfung bildet den ersten für eine wissenschaftliche Berufstätigkeit qualifizierenden Abschluß des Studiums der Biologie.
2 Durch sie soll festgestellt werden, ob der Kandidat die Zusammenhänge seines Faches überblickt, ob er die Fähigkeit besitzt, wissenschaftliche Methoden und Erkenntnisse anzuwenden und mit dem erworbenen Wissen kritisch und verantwortungsvoll umzugehen, sowie ob er die für die Berufspraxis notwendigen gründlichen Fachkenntnisse erworben hat.
Wie aus dieser Definition schon hervorgeht: Das Biologie-Diplom-Studium ist, im Gegensatz z. B. zum Lehramts- oder Medizinstudium, keine Berufsausbildung mit fest umrissenem späteren Berufsbild wie Lehrer oder Arzt, sondern das Diplom-Studium soll ein gewisses Grundinstrumentarium zur Verfügung stellen, mit dessen Hilfe man später in der Lage ist, seine eigene “ökologische Nische” in Wissenschaft, Forschung und Lehre im weitesten Sinne zu besetzen.
In der Biologie geht es also weniger um das harte Auswendiglernen von Fakten, sondern vielmehr darum, zu lernen, biologisch zu denken, Zusammenhänge in der Natur zu begreifen und zu erkennen, an welcher Stelle man bei einem Problem den Hebel anzusetzen hat. Natürlich muß ein gewisses Grundwissen vorausgesetzt werden, aber am wichtigsten ist es, zu wissen, wo etwas steht, wo man bestimmte Informationen findet, und vor allem, wie man diese Informationen verwertet. Zahlreiche Praktika während des Studiums sollen einen Überblick über elementare Methoden, Werkzeuge und Arbeitstechniken der Biologie verschaffen, mit deren Hilfe man später bei der selbständigen Labor- oder Feldarbeit in der Lage ist, eigenständig Probleme zu erkennen und zu lösen.
Demzufolge ist das Diplom-Studium in zwei mehr oder weniger unabhängige Teile geteilt: Das Grundstudium zur Vermittlung des notwendigen Grundlagenwissens und das Hauptstudium mit der anschließenden Diplomarbeit als quasi “Generalprobe” für die spätere berufliche Tätigkeit, sei es an der Universität, in der Industrie oder als Selbständiger.
Das Grundstudium
Aufgabe des 4-semestrigen Grundstudiums ist es, grundlegende Kenntnisse in den allgemeinen Naturwissenschaften (Chemie, Physik, Mathematik) und den “klassischen” Disziplinen der Biologie (Zoologie, Botanik, Genetik, Mikrobiologie) zu vermitteln. Anhand eines festen Stundenplanes sind Praktika bzw. Übungen in Physik, Mathematik, Anorganischer, Organischer und Physikalischer Chemie mit zugehörigen Vorlesungen zu absolvieren; die biologischen Lehrveranstaltungen behandeln insbesondere Anatomie, Morphologie, Physiologie, Systematik und Ökologie der Pflanzen und Tiere.
Das Grundstudium wird (in der Regel nach dem 4. Semester) mit der Vordiplomsprüfung abgeschlossen, deren Bestehen zum Übertritt ins Hauptstudium berechtigt. Prüfungsfächer sind:
- Physik: Eine 1-stündige Klausur (kann und sollte bereits nach dem 2. Semester abgelegt werden).
- Chemie: Eine 2-stündige Klausur.
- Zoologie, Botanik, Genetik, Mikrobiologie: Die vier biologischen Prüfungsfächer werden zu einer 3-stündigen Klausur zusammengefaßt. Hinzu kommt noch eine ½-stündige mündliche Prüfung in einem der vier Teilgebiete (nach Wahl). Die resultierende Gesamtnote in Biologie errechnet sich aus dem Durchschnitt der dreifach gewerteten schriftlichen und der einfach gewerteten mündlichen Note.
Die Gesamtnote der Vordiplomsprüfung ist der Durchschnitt der Physik-, der Chemie- und der doppelt gewichteten Biologie-Note. Die Vordiplomsnote wird nicht in die spätere Diplomnote eingerechnet!
Das Hauptstudium mit Diplomarbeit
Während das Grundstudium noch für alle Studierenden gleich verläuft anhand eines mehr oder weniger festen Stundenplanes, findet im mindestens 3-semestrigen Hauptstudium eine Spezialisierung statt. Aus dem Fächerangebot der Fakultät sind ein Hauptfach und mindestens 2 Nebenfächer zu wählen. Ein Nebenfach kann auch aus dem Bereich der anderen Naturwissenschaften stammen.
Das Hauptstudium wird (frühestens nach dem 7. Semester) mit der Diplomprüfung abgeschlossen. Die Diplomprüfung besteht aus einer 50-minütigen mündlichen Prüfung im Hauptfach und je einer 30-minütigen mündlichen Prüfung in jedem Nebenfach. An die Diplomprüfung schließt sich eine Diplomarbeit von 9 Monaten Dauer an, die (in der Regel als experimentelle Laborarbeit) in einem beliebigen biologischen Fach, auf Antrag auch im Ausland oder außerhalb der Universität, angefertigt werden kann.
Die Mindeststudiendauer für Diplom-Biologie (inkl. Diplomarbeit) beläuft sich somit auf insgesamt 9 Semester.
Die Diplom-Endnote ist die Durchschnittsnote aus den drei mündlichen Prüfungen und der Diplomarbeit.